14-05-2020
von Moritz Sandkühler

Bei vielen Betroffenen wird CFS nicht diagnostiziert

Das chronische Erschöpfungssyndrom oder chronische Müdigkeitssyndrom (englisch: chronic fatigue syndrome, abgekürzt CFS), auch Myalgische Enzephalomyelitis (ME), ist eine erworbene organische, pathophysiologische Erkrankung. Der Körper erkrankter Menschen produziert nicht genügend Energie. Es handelt sich um eine schwere neuroimmunologische Multisystemerkrankung (ICD 10 G 93.3). Zusätzlich besteht eine ausgeprägte Belastungsintoleranz, d.h. es kommt nach Anstrengung zu einer länger anhaltenden Zunahme der Beschwerden (sog. Postexertional Malaise oder S.E.I.D. = Systemic Exertion Intolerance Disease).

Die Mitgliedsstaaten der WHO sind verpflichtet, sich an die Bestimmungen der ICD der WHO zu halten und deren Klassifikation zu verwenden. Es ist unzulässig, eine und dieselbe Krankheit unter mehr als eine Rubrik einzuordnen. Folglich darf das CFS, welches durch die WHO als neuroimmunologische Erkrankung (ICD 10 G 93.3) klassifiziert ist, nicht in die Kategorie der psychischen Krankheit oder in die Kategorie Unwohlsein / Ermüdung ICD R 53 eingeordnet werden.

Gleichwohl legen mir Mandanten behördliche Bescheide vor, in denen ärztlich diagnostizierte CFS Erkrankungen nicht als solche anerkannt werden. Der aktuelle Stand der medizinischen Wissenschaft wird ganz offensichtlich nicht berücksichtigt. Ein Großteil der an CFS Erkrankten erhält durch Ärzte und Behörden eine falsche Diagnose. Auf die im Internet abrufbaren Artikel des Charité Fatigue Centrums sei verwiesen. Richter gehen zudem davon aus, dass die Erkrankung (trotz ärztlicher Diagnose) nicht bewiesen sei.

Als medizinischer Laie (bitte mit dem behandelnden Arzt besprechen !) verstehe ich meine Mandanten und die meine Mandanten behandelnden Ärzte so, dass sich objektive Erkenntnisse zum Nachweis der Erkrankung und ihrer Auswirkungen zum Beispiel aus dem sog. Mitochondrial Function Profile, bei dem die zentrale Fehlfunktion bei CFS gemessen wird, nämlich die Unfähigkeit der Körperzellen, Energie (ATP) zu produzieren, gewinnen lassen.

Auch die ärztliche Ermittlung der Belastungsfähigkeit (Ermittlung der Watt-Zahl) und / oder eine Spiroergometrie Untersuchung können die bereits nach einer ganz geringen alltäglichen Belastung im Bereich von bis zu 50 Watt eintretende Überanstrengung des an CFS Erkrankten ergeben, wobei zum Vergleich darauf hinzuweisen ist, dass beispielsweise Bürgern mit koronarer Herzerkrankung und einer Leistungsfähigkeit von unter 50 Watt ergometrischer Belastbarkeit keine berufliche Tätigkeit mehr zumutbar ist, so dass ein Rechtsanspruch auf eine Rente wegen voller Erwerbsminderung besteht.

Bitte besprechen Sie diese medizinischen (Laien-) Informationen mit Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt. In rechtlicher Hinsicht stehe ich Ihnen in Verfahren gegen die gesetzliche Rentenversicherung und die Versorgungsämter gern zur Seite.

 

 

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